vielleicht kennen Sie das auch: diesen Moment der Irritation, wenn es im März schon Erdbeeren gibt, wenn ein Flug nach Mallorca nur 15 € kostet, wenn bei der Fahrradtour ins Grüne Folientunnel an Folientunnel das Landschaftsbild prägen. Gerade jetzt im Frühling fallen diese Dinge auf. Es bleibt das Gefühl: Das ist nicht richtig.
Natürlich gibt es für viele dieser Irritationen Gründe, und oft auch gute Gründe. Bleiben wir bei den Erdbeeren und den Folientunneln: Über 80.000 Tonnen Plastik kommen jedes Jahr in Deutschland in der Landwirtschaft zum Einsatz, in verschiedenen Formen. Sieht vielleicht ungewohnt aus, aber so wird Obst und Gemüse geschützt vor Austrocknung, Starkregen und Hagel, außerdem sind weniger Pestizide nötig (BR). Doch die Schattenseite: Von Folientunneln und anderen Plastikprodukten bleiben Abrieb und Abrisse oft im Boden, und zwar als Mikroplastik.
Mikroplastik wurde mittlerweile in allen Ökosystemen der Erde nachgewiesen, vom höchsten Berg (deutschlandfunk) bis zur Tiefsee (Dt. Stiftung Meeresschutz). Über die Nahrung, sogar über Obst und Gemüse, gelangt Mikroplastik auch in unseren Körper, vom Blut über die Organe bis hin zum Gehirn (Umweltbundesamt, BfR). Und zwar jede Woche ungefähr so viel, wie eine Kreditkarte wiegt (Geo).
Forschungen zu den langfristigen Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit stehen noch am Anfang. Mehrere Studien legen aber Zusammenhänge nahe, z.B. zu verschiedenen Krebsarten, Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Diabetes oder auch Autismus und Demenz (deutschlandfunk).
Und hier kommen wir zum springenden Punkt, an dem sich so viele Krisen unserer Zeit ähneln: Wir wissen um diese Gefahr – und die Alternativen liegen nahe!
Im Bereich Mikroplastik bedürfen sie noch weiterer Forschung, der bald vor allem eine konsequente Umsetzung folgen muss, z.B. mit biologisch abbaubaren Folien (BR) – im Bereich der Energiewende sieht das jedoch ganz anders aus: Hier sind eigentlich alle Lösungen schon da oder fast da. Energiespeicher werden immer leistungsfähiger und dabei immer kleiner, Windkraftanlagen effizienter und dabei noch schonender für Mensch und Natur. Am Anfang einer technologischen Innovation heißt es immer: Das geht nicht. Und dann geht es plötzlich doch.
Veränderung ist möglich. Wenn wir nur wollen! 80.000 Menschen sind dafür erst Mitte April wieder auf die Straßen gegangen, weil sie erkennen – weil wir alle erkennen! –, dass der Weg von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche voller fossiler Abhängigkeiten zurück in die Steinzeit führt, wie es Prof. Harald Lesch am 28.04. auf den Punkt gebracht hat (YouTube, seine erste Rede auf einer Demonstration!). Und nicht in eine Zukunft, die für Mensch, Natur oder die deutsche Wirtschaft von Vorteil wäre.
Mit Protect the Planet glauben wir an diese Veränderung und unterstützen mit unseren Projekten den Druck aus der Zivilgesellschaft gegen die fossilen Irrfahrten und Ungerechtigkeiten, beispielsweise mit unseren Klimaklagen. |