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AUSGABE 02/2026 | MAI 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht kennen Sie das auch: diesen Moment der Irritation, wenn es im März schon Erdbeeren gibt, wenn ein Flug nach Mallorca nur 15 € kostet, wenn bei der Fahrradtour ins Grüne Folientunnel an Folientunnel das Landschaftsbild prägen. Gerade jetzt im Frühling fallen diese Dinge auf. Es bleibt das Gefühl: Das ist nicht richtig.

 

Natürlich gibt es für viele dieser Irritationen Gründe, und oft auch gute Gründe. Bleiben wir bei den Erdbeeren und den Folientunneln: Über 80.000 Tonnen Plastik kommen jedes Jahr in Deutschland in der Landwirtschaft zum Einsatz, in verschiedenen Formen. Sieht vielleicht ungewohnt aus, aber so wird Obst und Gemüse geschützt vor Austrocknung, Starkregen und Hagel, außerdem sind weniger Pestizide nötig (BR). Doch die Schattenseite: Von Folientunneln und anderen Plastikprodukten bleiben Abrieb und Abrisse oft im Boden, und zwar als Mikroplastik.

 

Mikroplastik wurde mittlerweile in allen Ökosystemen der Erde nachgewiesen, vom höchsten Berg (deutschlandfunk) bis zur Tiefsee (Dt. Stiftung Meeresschutz). Über die Nahrung, sogar über Obst und Gemüse, gelangt Mikroplastik auch in unseren Körper, vom Blut über die Organe bis hin zum Gehirn (Umweltbundesamt, BfR). Und zwar jede Woche ungefähr so viel, wie eine Kreditkarte wiegt (Geo).

 

Forschungen zu den langfristigen Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit stehen noch am Anfang. Mehrere Studien legen aber Zusammenhänge nahe, z.B. zu verschiedenen Krebsarten, Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Diabetes oder auch Autismus und Demenz (deutschlandfunk).

 

Und hier kommen wir zum springenden Punkt, an dem sich so viele Krisen unserer Zeit ähneln: Wir wissen um diese Gefahr – und die Alternativen liegen nahe!

 

Im Bereich Mikroplastik bedürfen sie noch weiterer Forschung, der bald vor allem eine konsequente Umsetzung folgen muss, z.B. mit biologisch abbaubaren Folien (BR) – im Bereich der Energiewende sieht das jedoch ganz anders aus: Hier sind eigentlich alle Lösungen schon da oder fast da. Energiespeicher werden immer leistungsfähiger und dabei immer kleiner, Windkraftanlagen effizienter und dabei noch schonender für Mensch und Natur. Am Anfang einer technologischen Innovation heißt es immer: Das geht nicht. Und dann geht es plötzlich doch.

 

Veränderung ist möglich. Wenn wir nur wollen! 80.000 Menschen sind dafür erst Mitte April wieder auf die Straßen gegangen, weil sie erkennen – weil wir alle erkennen! –, dass der Weg von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche voller fossiler Abhängigkeiten zurück in die Steinzeit führt, wie es Prof. Harald Lesch am 28.04. auf den Punkt gebracht hat (YouTube, seine erste Rede auf einer Demonstration!). Und nicht in eine Zukunft, die für Mensch, Natur oder die deutsche Wirtschaft von Vorteil wäre.

 

Mit Protect the Planet glauben wir an diese Veränderung und unterstützen mit unseren Projekten den Druck aus der Zivilgesellschaft gegen die fossilen Irrfahrten und Ungerechtigkeiten, beispielsweise mit unseren Klimaklagen. 

Bleiben Sie dabei, unterstützen Sie uns und nutzen Sie Ihre Stimme – für die Veränderung, die wir an so vielen Stellen so dringend brauchen.

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Dorothea Sick-Thies

Protect the Planet

Themen in diesem Newsletter

1. Aktiv (werden) for the Planet:  Unterschriftensammlung für den BaumEntscheid München

 

2. Events for the Planet: Dreiteiliges Veranstaltungsformat "Glaubenssache: Klima"

 

3. News for the Planet: Aus für klimaschädliches Pestizid Pro Fume – Neuer Koalitionsvertrag für München – National Emergency Briefing in Großbritannien

 

4. Neues vom WindRat: neues Social Media-Projekt: "Der WindKanal" – neuer Kommentar zur aktuellen Energiepolitik von Projektmanager Peter Keller

 

5. Kultur-Tipps: Sommer-Lektüre zum Nachdenken von Caspar Dohmen zum Thema: grün geht nur gerecht, Neue forum future economy-Ausgabe: "Zukunft braucht Frieden"

 

6. Feedback und Spenden

AKTIV WERDEN  FOR THE PLANET

https://www.protect-the-planet.de/ptp-unterstuetzt-baumentscheid-muenchen/

(c) BaumEntscheid München

Schon 10 % der Unterschriften gesammelt:

BaumEntscheid München 

Der Bündniskreis des BaumEntscheid München wächst weiter: Mittlerweile unterstützen 31 Partnerorganisationen aus Klima- und Nachhaltigkeitsbereich, Gesundheit und Wirtschaft das Bürgerbegehren für mehr Straßenbäume in München. 

 

Bei einem Pressetermin am 21. Mai 2026 stellt das Team den aktuellen Stand der Kampagne vor: Seit dem Start der Unterschriftensammlung am 2. Mai wurden bereits rund 10 % der benötigten Unterschriften gesammelt – ein starker Auftakt für das Bürgerbegehren. Bis zum Herbst 2026 sollen es insgesamt mindestens 33.000 Unterschriften werden.

 

Erfahren Sie hier, was der BaumEntscheid fordert und wie Sie unterschreiben und unterstützen können!

Mehr dazu

EVENTS FOR THE PLANET

Drei interaktive Workshops, die den Blick ändern

Die Welt verändert sich – und München auch. Gerade jetzt braucht es Menschen, die hinschauen, Fragen stellen und Verantwortung übernehmen: für ihre Umwelt und ihre Mitmenschen.

Auch Glaube kann politisch sein und dabei Kraft geben, neue Perspektiven auf die großen Fragen unserer Zeit zu eröffnen. Für „Glaubenssache: Klima“ haben wir uns mit christlichen Initiativen aus München zusammengeschlossen. Entstanden ist ein dreiteiliges Eventformat, das informiert, inspiriert und zum Handeln motiviert.

 

Die Workshops sind offen für jede*n – egal, ob gläubig, nicht-gläubig, schon aktiv oder nie wirklich über Klimawandel nachgedacht. Was zählt, ist Neugier auf die Themen und die Lust, sich mit anderen Gedanken über Klimagerechtigkeit zu machen. Die drei Workshops können unabhängig voneinander besucht werden.

 

Wir möchten Sie herzlich zu den drei interaktiven Workshops einladen, die den Blick auf Klima und Glaube verändern: 

  • Mittwoch, 10.06.2026, 19 Uhr: Hitze und Obdachlosigkeit
  • Mittwoch, 17.06.2026, 18 Uhr: Schöpfung im Umbruch – dem Klimawandel in München auf der Spur
  • Mittwoch, 24.06.2026, 19 Uhr: Vom Fußabdruck zum Handabdruck – wie kann ich als Christ*in für Klimagerechtigkeit einstehen? 

Melden Sie sich an, gehen Sie mit unseren Expert*innen in den Austausch und lassen Sie sich inspirieren! 

Zu den Veranstaltungen

NEWS FOR THE PLANET

https://www.protect-the-planet.de/ptp-unterstuetzt-baumentscheid-muenchen/

Nach gemeinsamer Klage von Umweltinstitut, DUH und Protect the Planet: Aus für klimaschädliches Pestizid Pro Fume

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) mit fachlicher Unterstützung des Umweltinstituts und Protect the Planet einen Teil der Zulassung des Pestizids ProFume widerrufen, nämlich für die Begasung von Export-Holz in großen deutschen Seehäfen. Der im Pestizid enthaltene Wirkstoff Sulfurylfluorid ist ein fluoriertes Treibhausgas und bis zu 7.500-mal klimaschädlicher als CO2. Durch Leckagen und die anschließende Belüftung der Container wird Sulfurylfluorid bei der Begasung im großen Stil mit massivem Schaden fürs Klima freigesetzt.

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NEWS FOR THE PLANET

Koalitionsvertrag der neuen Münchner Stadtratskoalition: richtige Ansätze, zu wenig Ambition und Verbindlichkeit

Das Bündnis „Stadt für Alle“ sieht im neuen Koalitionsvertrag der Münchner Stadtratskoalition wichtige richtige Ansätze. Einige Vorhaben greifen Forderungen des Bündnisses auf und verbinden damit soziale Gerechtigkeit mit ökologischer Nachhaltigkeit. Gleichzeitig bleibt der Vertrag aus Sicht des Bündnisses oft zu allgemein, wenig verbindlich und insgesamt zu unambitioniert. Vor allem beim Klimaschutz und beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs fehlen konkrete Maßnahmen und neue Impulse. Das Bündnis fordert die Beteiligung der Zivilgesellschaft bei der Ausgestaltung und Umsetzung der Vorhaben.

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Der Ausstieg aus fossilen Energien ist nicht mehr nur eine Klimafrage

Die Frühjahrsversammlung des Climate Action Network Europe (CAN-E) in Brüssel Ende April war keine Routineveranstaltung, denn zeitgleich steht die europäische Klimapolitik spürbar unter Druck: Energiepreise, Krieg, Industriepolitik, rechte Gegenmobilisierung und fossile Lobbyinteressen verschieben die Debatte. In Brüssel wurde deutlich: Gerade jetzt entscheidet sich, ob Europa die Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas wirklich überwindet — oder ob unter dem Decknamen „Versorgungssicherheit“ neue fossile Abhängigkeiten entstehen.

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NEWS FOR THE PLANET

Tausende Menschen protestieren in München für Erneuerbare Energien und gegen fossile Brennstoffe

In Deutschland sind am Samstag, den 18.04.2026, 80.000 Menschen in Hamburg, Berlin, Köln und München auf die Straßen gegangen, um für Erneuerbare Energien und gegen fossile Brennstoffe zu demonstrieren.

Auf Plakaten und in Redebeiträgen äußerten die Demonstrierenden deutliche Kritik an der Wirtschaftspolitik von Katherina Reiche. Die Pläne aus dem Wirtschaftsministerium bremsen den Ausbau der Erneuerbaren und gefährden eine Energiezukunft, die sauber, sicher und bezahlbar ist. 

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National Emergency Briefing

Das „National Emergency Briefing“ hat in  Großbritannien hohe Wellen geschlagen: Wissenschaftler*innen haben Politik, Medien und Öffentlichkeit durch alle Themenbereiche über die Herausforderungen der Klima- und Biodiversitätskrise informiert, die von Sicherheit bis zu Lebensmittelversorgung jeden Aspekt des täglichen Lebens berühren wird. 
 
Dazu ist nun auch ein Dokumentarfilm vom bekannten Naturforscher und Moderator Chris Packham erschienen, der  demnächst nach Deutschland kommen soll.
 
Hier klicken für den eine Zusammenfassung auf YouTube.
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NEUES VOM WINDRAT

Neues Social Media-Format: "Der Windkanal"

Gerade zum Thema Windenergie kursieren online wie im realen Leben zahlreiche Falschinformationen, Gerüchte und Unwahrheiten, die viele Menschen verunsichern. Für die Akzeptanz der Windenergie kann das fatal sein, im Zweifelsfall bis hin zum Baustopp eines Windparks durch Proteste von Bürgerinnen und Bürgern.

 

Wir haben dazu YouTube-Kanal und Instagram-Account des WindRat komplett umstrukturiert. Mit dem Handle@derwindkanal wollen wir auf diesen beiden Plattformen all diejenigen erreichen, die von Windenergie schon jetzt oder in der Zukunft konkret betroffen sind, oder die sich einfach für das Thema interessieren und weiterbilden wollen.

 

In der Reihe „Daher weht der Wind“ sprechen Fenya Kirst und Peter Keller vom WindRat-Team über alles, was Menschen vor Ort rund um Windenergie bewegt oder interessiert: Kosten, Umweltschutz, Auswirkungen auf Gemeinden und häufige Missverständnisse.

 

Schauen Sie sich die ersten beiden Episoden auf YouTube an:

  • Episode 1: Windkraft zerstört keine Landschaften!
  • Episode 2: Schreddern Windräder wirklich Vögel?

Folgen Sie dem WindKanal auf:

  • Youtube
  • Instagram
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NEUES VOM WINDRAT

Europäisches Netzwerktreffen Beyond Fossil Fues-Netzwerk (BFF) in Wien

Das Netzwerk ist eine europaweit agierende Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Deutschland und wird unter anderem von der European Climate Foundation (ECF) gefördert. Protect the Planet ist seit 2021 Mitglied dieses internationalen Netzwerks und engagiert sich gemeinsam mit dem WindRat insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien. Im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens stand vor allem die Frage, wie erfolgreiches Campaigning unter zunehmend schwierigen Bedingungen gelingen kann. 

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Bürger*innen zahlen die Zeche für irrlichternde Energiepolitik

Ein Kommentar von Peter Keller: 

Während die aktuelle geopolitisch bedingte Energiekrise die Energiepreise nach oben treibt verschärft die bundesdeutsche Wirtschaftsministerin die Krise, statt sie zu lösen. Und ignoriert offenkundig, dass eine Mehrheit in Deutschland mit dieser Bremse nicht einverstanden sind. Die aktuelle Energiekrise zeigt deutlich auf: Die Energiewende ist längst nicht mehr nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern eine der nationalen Sicherheit und wirtschaftlichen Stabilität.

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KULTURTIPPS

Caspar Dohmen: Grün geht nur gerecht. Unterwegs in die sozialökologische Zukunft.

Warum gelingt im Großen nicht, was im Kleinen funktioniert? Die große Mehrheit der Menschen kann nur dann für ein zukunftsfähiges Wirtschaften gewonnen werden, wenn es dabei gerecht zugeht. Caspar Dohmen macht so verblüffende wie praktikable Vorschläge, mit denen gleich heute begonnen werden könnte – und sollte.

Der Volkswirt und Autor Caspar Dohmen zeigt, welche innovativen Ansätze eine umfassende soziale wie ökologische Wende möglich machen.

Zum Buch

Zukunft braucht Frieden:

Das neue forum kostenfrei für unsere Abonnent*innen

Geopolitische Spannungen, Aufrüstung und Unsicherheit prägen Märkte und Investitionsentscheidungen wie lange nicht. Die neue Ausgabe des forum future economy setzt bewusst einen Kontrapunkt: Sie gibt Stimmen Raum, die für Diplomatie, Deeskalation und zivile Lösungen eintreten – weil wirtschaftliche Stabilität ohne Frieden nicht denkbar ist. Das Covermotiv von Banksy bringt diese Spannung auf den Punkt. Darüber hinaus ordnet die Ausgabe zentrale Transformationsfragen ein, etwa die strategische Bedeutung von Wasserstoff zwischen Technologie, Infrastruktur und geopolitischer Machtfrage.

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